Ein Denkanstoß für Jena

Der Bebauungsplan für den Eichplatz ließ im Investorenwettbewerb kaum innovative Ideen zu, weil die Baukörper in Breite, Länge und Höhe ziemlich genau festgeschrieben waren. Ob sich die Bürger mit dem 20 Jahre alten Konzept anfreunden können, entlang der angeblichen mittelalterlichen Baulinien zu bauen, spielte nie eine Rolle. Die Bürgerinitiative „Mein Eichplatz“ hat mit vielen Bürgern gesprochen und versucht, möglichst viele Anregungen aufzugreifen. Auf dieser Grundlage erarbeiteten drei junge Architekten aus Weimar und Leipzig eine Alternative.

Und das waren die Randbedingungen:

■  Die Autos unter die Erde! – Hier gibt es eine zweistöckige Tiefgarage für über 500 Autos
■  Nur den halben Parkplatz bebauen. – Wir haben auf einen Block verzichtet, und es gibt echte Innenhöfe zu ebener Erde.
■  Mehr Grün! – Diesem Entwurf stehen nur 5 der heutigen Bäume im Wege (statt 51 bei OFB/jenawohnen), und es gibt eine große Grünanlage.
■  Lieber in die Höhe als in die Breite bauen – Das Hochhaus ist auch bei uns nicht unumstritten, aber es bietet viel Wohnfläche auf wenig Grundfläche, was auch für die Mietpreise gut wäre. Außerdem ist es als Nachbar des Turms in guter Gesellschaft.
■  Einen Springbrunnen – Für die Nostalgiker haben wir den Orchideenbrunnen wiederbelebt, der nach wie vor von der Stadt eingelagert ist.

Dieser Entwurf ist derzeit im Burgaupark ausgestellt. Er soll vor allem ein Denkanstoß sein und zu Diskussionen einladen. Nichts ist alternativlos. Aber damit Alternativen eine Chance bekommen, muss es bei der kommenden Bürgerbefragung ein klares Nein zum jetzigen Projekt geben.

Wir bedanken uns für die Unterstützung von Florian Politz, Izumi Endo und Tom Politz für den Entwurf und zahllose Arbeitsstunden an diesem Modell, beim Centermanagement des Burgau-Parkes für die Möglichkeit zur Aufstellung und bei Kristin Derkow vom Fotostudio Ebenbild für die Fotos.

Eine Meinung zu “Ein Denkanstoß für Jena”

  1. Holger Herrmann sagt:

    Das alternative Eichplatzmodel spricht für sich. Es kommt dem Lebensgefühl vieler Bewohner Jenas sehr nahe. Den Menschen gefällt die großzügige Gestaltung des alternativen Eichplatzquartiers frei von mittelalterlichen Zwängen.

    Wir leben 2014 und nicht 1914 das ist der große Unterschied!

    Erstaunlich ist, dass sich die große Mehrheit der Betrachter mit einem modernen Hochhaus einverstanden erklärt. Ich persönlich könnte mir sogar vorstellen, dass die Bürgerhäuser gegenüber der Kollegiengasse in einer Architektur in Korrespondenz zum Hochhaus analog zum jenawohnen Modell ausgeführt werden. An dieser Stelle braucht es nicht den unmittelbaren Bezug zur Johannisstraße.

    Die Menschen erwarten mehrheitlich ausreichend Parkraum unterm Eichplatz.
    Für sie ist die automobile Erreichbarkeit Ausdruck von Mobilität und Lebensqualität.

    Stünden heute das Modell von jenawohnen/OFB und das Modell der Bürgerinitiative “Mein Eichplatz – unser Jena“ unmittelbar nebeneinander: Der klare Sieger wäre das Modell der BI “Mein Eichplatz – unser Jena“ !

Eine Meinung oder Idee schreiben