Leipziger Stadtplaner wollen ergebnissoffene Bürgerbeteiligung organisieren

Gespannte Aufmerksamkeit herrschte am letzten Donnerstag im Stadtentwicklungsausschuss, als Fritjof Mothes und Tim Tröger vom Leipziger Planungsbüro StadtLabor ihre Vorstellungen von der Bürgerbeteiligung zum Eichplatz vorstellten. Als ganz oben auf der ersten Folie der Begriff „Phase Null“ auftauchte, spitzten die Mitglieder der BürgerAG Eichplatz die Ohren. In der Stadtplanung beschreibt das die Debatte darüber, was man eigentlich planen will: Stadtpark oder Einkaufszentrum, Wohnblock oder Schwimmbad oder vielleicht etwas ganz anderes. StadtLabor will vor allem die Akteure des Eichplatz-Problems kennenlernen, und zwar alle.

Auch in Sachen Planungswerkstatt interpretieren die Stadtplaner den Stadtratsbeschluss großzügig. Neben den 30 repräsentativ ausgewählten Bürgern, Vertretern aus der Politik, Fachleuten und Verwaltung sollen auch auch das Jugendparlament und die Bürgerinitiativen am Prozess mitarbeiten. Darüber hinaus soll es mehr Veranstaltungen geben, was der Komplexität des Themas durchaus angemessen ist.

Die Empfehlung, auch den Bürger an der Käsetheke nach seiner Meinung zu fragen, nahmen sie wohlwollend auf. Bereits zuvor hatte es im Ausschuss eine lange Diskussion darüber gegeben, wie man auch die Menschen erreicht, die sich nicht ohnehin schon in der Stadt engagieren.

Eine von der BürgerAG Eichplatz geplante Vortragsreihe zur Stadtentwicklung wollen die Stadtplaner in den Prozess einbeziehen. Das seien ganz tolle Vorschläge, die man sich nicht entgehen lassen dürfte, meinten sie. Geplant sind Vorträge von Fachleuten aus Wissenschaft und öffentlichen Verwaltungen zu Themen wie öffentliche Grünräume, Zukunft des Handels oder Stadtklima. Letztlich geht es darum, was eine Stadt attraktiv macht und wie wir künftig leben wollen. Die Reihe soll im Oktober starten.

Mit den bisherigen Aktivitäten in Sachen Eichplatz hatten sich Mothes und Tröger schon eingehend befasst. Sie erklärten, dass sie nicht versuchen würden, den Bürgern einen bereits fertigen Plan zu verkaufen. Das Verfahren müsste ergebnisoffen sein. Das lässt hoffen, dass diesmal wirklich Platz für Ideen bleibt.

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