Martin Michel (Stadtrat – Die Guten)

Eichplatz: Bürger müssen einbezogen werden!

Jena./Zentrum. Die Diskussion um die Eichplatzbebauung tritt nun in die entscheidende Phase. Die Verwaltung hat über den Sommer einen 3. Entwurf zum Bebauungsplan für das Gelände des Eichplatzes vorbereitet und macht nun sehr starken Druck, diesen Vorschlag noch im Herbst (voraussichtlich in der Stadtratssitzung diesen Monats) durch den Stadtrat beschließen zu lassen.

Der Plan sieht vor, zwei sehr große kubusartige Gebilde auf der Süd-Seite des Platzes und ein schiffsförmiges Gebilde auf der Seite zur Johannisstraße zu errichten. Der Platz wird nach diesem Entwurf fast vollständig bebaut und es bleiben nur sehr kleine Teilflächen frei.

Um diese Pläne zu verwirklichen, müssen auf dem Eichplatz eigentlich alle vorhandenen Bäume gefällt werden. Dies betrifft nach den aktuellen Planungen über 40 Bäume!

Die Flächen der Gebäude sollen primär als große Gewerbeeinheiten Verwendung finden und nicht etwa für Wohnungen, die unsere Stadt so dringend braucht. Die aktuelle Bauplanung sieht einen rein investororientierten Vorschlag vor.

Nach meinen Gesprächen in den vergangenen Wochen teilte kein Bürger, mit dem ich ins Gespräch kommen konnte, diese Pläne zur Bebauung des Eichplatzes. Es wurde nicht nur das vorgestellte architektonische Konzept der Stadt abgelehnt, sondern insbesondere auch die Nutzung des Platzes für eine fast ausschließliche gewerbeorientierte Verwendung in Frage gestellt.

Aus diesem Grund schließe ich darauf, dass die Jenaer Bürger ein Interesse haben, was mit ihrem Eichplatz passiert und nicht wollen, dass die Stadt diesen Platz jetzt einfach an den Meistbietenden verhökert! Alternative Nutzungskonzepte wie „Stadtpark / Spielplatz / Wohngebäude / Erholungsgebiet / Marktfläche“ wurden von den Bürgern als Ideen genannt.

Aber wenn jetzt nicht reagiert wird, wird die Stadtverwaltung ihre Pläne durch den Stadtrat winken können und dann stehen wir wie die Stuttgarter vor dem Argument, dass ja alles demokratisch legitimiert wurde. Der Ortsteilrat Jena hat sich bereits gegen diesen Plan ausgesprochen und möchte eine tiefgreifende Bürgerbeteiligung für diese Flächen durchsetzen. Auch ich unterstütze diesen Vorschlag. Nur wenn wir jetzt jedem Bürger die Möglichkeit geben zu bekunden, was er sich für den Eichplatz vorstellen könnte, finden wir eine gute Entscheidung für alle Jenaer!

Der Kernbereich der Stadt steht auf dem Spiel. Ich bin als Stadtrat tief besorgt, dass ein so wichtiges Projekt wie der Eichplatz einfach an den Bürgern vorbei entschieden werden soll. Wir brauchen bei einem solch wichtigen Projekt wie dem Zentrum der Stadt eine tiefgreifendere Bürgerbeteiligung statt kleinere Vorschläge, etwa wo welche Bank hingestellt wird. Wir müssen darüber reden, wie unsere Stadt sein soll und ich bin mir sicher, alle Bürger teilen die Forderung  von KIJ “Unsere Stadt soll schöner werden!” Die Frage ist nur: Was finden die Menschen schön?

5 Meinungen zu “Martin Michel (Stadtrat – Die Guten)”

  1. Robert Schmidt sagt:

    Hallo Herr Michel,

    Morgen ist wohl die Stadtratssitzung.
    Bitte mach Sie dort deutlich, dass wir als Bürger einfach überrannt wurden.
    1. Bei der aktuellen Wohnraumsituation ,ist der Wohnraumanteil
    der Bebauung inaktzeptabel.
    2. Diese Festungskarees im PDF, sollte man durchaus nicht als
    letzte Lösung ansehen. Es fehlt viel mehr der offene Raum.
    3. Noch schlimmer erachte ich, dass nirgendwo ersichtlich ist,
    welche gesichstlosen Fassaden uns erwarten. (Glas-Beton und Stahl)
    Es ist entäuschend wie etablierten Parteien (auch die Grünen)
    sich beim Eichplatz und Wohnraumfrage verhalten.
    4. Dies ist der wichtigste Punkt:
    Wir müssen unbedingt eine neue Formel des Miteinander der Stadtoberen mit den Bürgern finden. Gerade beim Eichplatz wird eine ausgediente Bastapolitik deutlich. Da gibt es nur Info – Reden – Zuhören gegenseitig auf Augenhöhe.

  2. nach der bebauung der löbderstr. kamen aussagen von den damaligen stadträten (auch aus dem bauausschuss), dass sie sich dies so nicht anhand der modellen hätten denken können, dass die gebäude mal so erschlagend wirken würden.

    dies werden wir noch vor der bebauung des eichplatzes mit den häßlichen gebäuden beim sonnenhof erleben.

    der aufschrei der jenenser wird extrem werden. natürlich wird es auch welche geben, die die häuser als „neuzeitliche und passende architektur“ verstehen. klar, im stadtzentrum hat der krieg und die zeit danach viel platt gemacht, doch ist dies kein freibrief für neue häßlichkeiten.

    das deprimierende an gebäuden ist: stehen sie erst mal, werden die fast nie abgerissen – beton und stein steht!

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